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Brennessel 1


Die Brennnessel ist mit dem Hanf verwandt. Sie ist eine sogenannte zweihäusige Pflanze, d.h. männliche und weibliche Blüten findet man auf getrennten Pflanzen. Die abgebildeten Pflanzen gehören zur großen Brennnessel (Urtica dioica) mit meist mehr schmalen Blättern, sie erreicht eine Höhe von ca 1- 1,5 m. Daneben wächst bei uns noch die kleinere Gartenbrennnessel (Urtica urens) mit kleineren, mehr eiförmigen Blättern. Die weiblichen Pflanzen werden durch den Wind bestäubt. Der Stängel ist vierkantig und die ganze Pflanze ist von kleinen hohlen Härchen besetzt, deren Spitze sehr leicht abbricht, wodurch eine winzige Injektionsnadel entsteht und eine Flüssigkeit freigesetzt wird, welche Natriumformat, Acetylcholin und Histamin enthält - also keine Ameisensäure, wie viele glauben! - und ein mehr oder weniger lang anhaltendes Brennen verursacht.

Auf den Fotos oben seht ihr die beiden Geschlechter der Brennnessel. Links eine männliche Pflanze - leider schon etwas abgeblüht, da liefere ich euch ein gutes Bild nach, wenn sie wieder am Blühen sind! Die fadenartigen Gebilde am Grund jedes Blattpaares tragen bei den männlichen Pflanzen kleine Kügelchen, aus welchen gelber Blütenstaub fällt, wenn man an sie stößt. Rechts seht ihr eine weibliche Pflanze, welche nach der Befruchtung durch den Wind, kleine Nüsschen als Samen ausbildet. Diese Nüsschen kann man leicht abpflücken und essen. Sie enthalten viel Calcium und fördern die Aufnahme und Einlagerung von Calcium, daher sollen sie vor Osteoporose schützen können.

 

Heute noch ein wenig zur Mythologie

 

Da die Brennnessel bei Berührung schmerzt wurde sie als Sitz dämonischer Wesen angesehen, nur eine echte Jungfrau könne sie anrühren ohne sich zu brennen. Sie war auch das Symbol einer hoffnungslosen Liebe oder eines schmerzlichen Liebesbrennens. Man peitschte sich mit Brennnesseln und benutze sie zum "Liebesgeiseln". Im Mittelalter wurden der Brennnessel nachgesagt, dass ihre Samen in Wein gesotten die Begierde zur Unkeuschheit wecke und sie war daher der Geistlichkeit zum Genuss verboten.

 

Die Bezeichnung Donnernessel für Brennnessel geht auf ihr früheres Symbol für den Blitz- und Donnergott Thor zurück. Sie sollte daher vor Blitzschlag schützen und wurde dahingehend auch früher auf manchen Almhöfen verwendet, indem man sie bei einem heraufziehenden Gewitter ins Herdfeuer legte.

 

Ein Brennnesselbuschen in der Johannisnacht im Stall aufgehängt, sollte das Vieh beschützen. Brennnesselpfannkuchen an Johanni gegessen, sollten vor Zaubereien der Nixen und Elfen bewahren.