Kunsttherapie?

Ich kann doch nicht malen!

 

Kreative Tätigkeiten öffnen die Sinne, fördern die Eigenwahrnehmung und bringen Prozesse in Gang. Diese können therapeutisch genutzt werden, aber auch jenseits von Therapie dazu dienen, mit den eigenen Gefühlen in Kontakt zu kommen, sich ihnen anzunähern, zu begegnen und sie zu verarbeiten, weil dabei Unterbewusstes Ausdruck bekommt,  Gefühle aufsteigen und Handlungsimpulse entstehen.

 

Kunsttherapie bedient sich künstlerischer Mittel - Pinsel, Farben, Kreiden, Stifte, Ton usw. so wie sich Gesprächstherapie der Sprache bedient, ohne, dass Sie dazu ein Dichter oder Schriftsteller sein müssten. Wir leben in einer medialen Welt, Noch nie gab es so viele Symbole und optische Anreize wie heute. Ganz unbewusst nehmen wir diese Zeichen in uns auf und sie gesellen sich zu den intuitiven Bildern, die wir alle als "universelles Bildwissen" in uns tragen.

 

Ein selbst gezeichnetes oder gemaltes Bild kann helfen Probleme und Konflikte zu lösen. Jeder von uns verbindet mit Farben auch Empfindungen, so kann ein abstraktes Bilde durch seine Farben Hinweise und Ansatzpunkte liefern.

Jeder Mensch kann Situationen, Themen und Gefühle bildlich ausdrücken, konkret, stilisiert oder abstrakt. Das heißt es geht hier nicht um die Gestaltung von Kunstwerken. Durch das entstandene "Bild", das greifbar vor einem liegt, eröffnen sich neue Möglichkeiten. Bilder helfen beim Denken, man kann sie auf den Kopf stellen, erweitern oder symbolisch in sie "hineingehen". Unausgesprochenes oder  Unaussprechliches kann sich so mitteilen und Bilder können dem Wort die Türe öffnen. Dazu muss man nicht "Malen können".